Revitalisierung eines klassischen Bürogebäudes

Die gold glitzernde Fassade zwischen dem Frankfurter Messegelände und der Universität ist ein echtes Schmuckstück. Die großartige Atmosphäre, die moderne Innenausstattung und das extravagante Foyer entsprechen dem Anspruch der renommierten Mieter.

Ein absolutes Highlight der Gebäudesanierung durch MOW ist das Foyer. Der per Stahltragwerk vom Foyerdach abgehängte, ovale Besprechungsraum bekam ein goldenes Diamond-Muster in Anspielung an die goldene Fassade des Hauses. Ein neuer Empfangstresen wurde entworfen, der von einer wellig reflektierenden Abhangdecke und einer beleuchteten Rückwand aus pulverbeschichteten Aluminiumhohlprofilen gerahmt wird. Der minimalistisch gestaltete Tresen ist mit allen erforderlichen Steuerungs- und Kommunikationsgeräten ausgestattet. Unter dem hängenden Besprechungsraum befindet sich eine definierte Sitz-Zone in der gleichen ovalen Form wie die Besprechungskanzel. Dieser Bereich mit eleganten Sitzelementen aus pulverbeschichtetem Stahlblech und Leder wird von zahlreichen Pendelleuchten angenehm beleuchtet.

Die Gestaltung des Foyers war aus mehreren Gründen knifflig und erforderte nicht nur technisches Geschick, sondern auch kreative Lösungen in der Montageplanung. Die Verkleidung des an der Decke hängenden Besprechungsraums musste mit der elliptischen Form vereinbar sein. So konnte nicht mit standardisierten Paneelmaßen gearbeitet werden und jedes Panel hätte mit einem speziellen Biegeradius angefertigt werden müssen. Durch die vorhandenen kugelförmigen Lüftungsdrallauslässe wäre zudem keine freie Elementbreite wählbar gewesen. Bei mittiger Position des Kugelauslasses hätten Elementbreiten einzeln angefertigt und die Auslassposition exakt ausgestanzt werden müssen.

Durch die brandschutztechnischen Anforderungen kam außerdem nur eine F90-fähige Verkleidung in Frage, wobei sich die Anforderungen nicht allein auf die Materialität beschränkten, sondern insbesondere auch auf die Befestigungsmöglichkeiten wie Bohrungsanzahl, Bohrungstiefe und dem damit zusammenhängenden Gesamtgewicht der Verkleidung. Und nicht zuletzt sollte ja auch der Gestaltungsaspekt nicht zu kurz kommen. Der Wunsch war ein dekoratives Medium, das dem Foyer einen optischen Mittelpunkt im Raum verleiht, sich aber dennoch als harmonischer Spannungsbogen in das Gesamtthema integriert. Dazu kamen Fristen für die Umsetzung und Budgetgrenzen.

Gesucht wurde also eine Verkleidung, die den existierenden Baukörper im Raum nahtlos umspannt und ohne Fugen sowie ohne die Reihung von spezifischen Einzelverkleidungselementen auskommt. Dabei soll sie den klaren elliptischen Baukörper im Raum atmen und erleben lassen. All diese Bedingungen führten dann zur Idee einer Mesh-Verkleidung.

An verschiedenen Modellstudien wurde die Netzverflechtung hinsichtlich Machbarkeit, Geometrie, Parametern des vorhanden Raumkörpers und Materialeinsatz getestet. Wichtig war die Distanz zwischen dem massiven Baukörper und dem ummantelnden Netzgewebe. Hierdurch wird der geometrische Grundkörper nicht bedrängt oder versteckt, sondern „atmet“ unabhängig und frei unter dem dekorativen Kleid der Mesh-Konstruktion.

Passend zur Gesamtgestaltung des Foyer-Entwurfs bekam die ovale, schwebende Besprechungskabine die Farbe Braungrau. Das Netzgewirk selbst und die Distanzhalter erhielten passend zur Namensgebung des Bauobjekts einen goldenen Farbton. Für die Montage der Abstandshalter wurde eine Schablone angefertigt, die es erlaubte aufgrund der verschiedenen Radien der Ellipse einen scheinbaren und beabsichtigten homogenen Abstand zueinander einzuhalten. Insgesamt wurden während zwei Wochen etwa 2.500 Meter gold eingefärbtes Stahlseil an 2.400 Distanzhaltern montiert.

Christian Straub